Haben Sie das Krieger-Gen?
Risikobereitschaft und Erfolg können genetische Ursachen haben.
Die Genvariante MAOA-L, das so genannte "Krieger-Gen", bewirkt bei den Trägern eine erhöhte Risikobereitschaft und lässt sie zugleich Ihre Erfolgschancen in kritischen Situationen besser einschätzen.
Für eine kürzliche veröffentlichte Studie liessen Wissenschaftler des California Institute of Technology 83 junge Männer in einer Finanzsimulation gegeneinander antreten. Dabei mussten sie ihr Startkapital von 25$ in verschiedenen Spielen einsetzen und vermehren. Die Männer mussten je 140 mal zwischen der sicheren Option (100% kein Gewinn, kein Verlust) oder der riskanten Option (verschiedene Verlustrisiken und Gewinnchancen) wählen.
Das Ergebnis der Studie: Die Träger der Genvariante MAOA-L nahmen eher finanzielle Risiken in Kauf, aber nur dann, wenn es für sie vorteilhaft war. Das weist darauf hin, dass Träger der Krieger-Genvariante besser in der Lage sind, zu ihrem Vorteil zu entscheiden.
Frühere Studien haben gezeigt, dass die MAOA-L Variante auch für ein impulsiveres Verhalten und aggressiveres Verhalten verantwortlich sein kann, weshalb diese Ausprägung den Übernamen "Warrior-Gene" oder "Krieger-Gen" erhielt.
Menschliches Verhalten ist komplex und wird sowohl durch Gene als auch durch die Umwelt oder die Umstände beeinflusst. Studien zeigen, dass Träger der Krieger-Genvariante das beschriebene Verhalten eher zeigen, als Männer ohne Krieger-Genvariante.
Das Krieger-Gen liegt auf dem X-Chromosom, Männer erben es also von ihrer Mutter. Da Männer nur 1 X-Chromosom besitzen, kann das Krieger-Gen, wenn es vorliegt, seine volle Wirkung entfalten. Frauen dagegen besitzen 2 X-Chromosomen, weshalb sich ein einzelnes Krieger-Gen nicht oder nicht so stark auswirkt. Welche Auswirkungen es hat, wenn eine Frau auf beiden X-Chromosomen das Krieger-Gen hat, ist bislang noch unbekannt. Der ist der Krieger-Gentest ist für Männer und Frauen verfügbar.