Hintergrund
Die Haplogruppe R1b1a2 entstand vor ca. 9.500 Jahren in der Region um das Schwarze Meer. Die Einwanderung dieser Gruppe nach Europa erfolgte frühestens mit der Ausbreitung der Landwirtschaft ab 7.000 v.Chr., höchstwahrscheinlich besteht auch ein starker Zusammenhang mit den Indoeuropäern, die sich erst etwas später in mehreren Wellen nach Europa ausbreiteten.
In Ägypten macht diese Gruppe heute unter 1% aus und ist sicher teilweise auf europäische Einwanderung während der letzten 2.000 Jahre zurück zu führen.
Tutanchamun war der letzte Pharao der 18. Dynastie und regierte von 1332 bis 1323 v. Chr.. Seine väterliche Linie beginnt mit Pharao Thutmosis I. welcher etwa von 1504 v. Chr. bis 1492 v. Chr. regierte. Dessen väterliche Herkunft ist unbekannt.
Es ist deshalb derzeit noch unklar, wie diese Linie aus dem Ursprungsgebiet nach Ägypten kam.
Die frühesten Anzeichen für Ackerbau sind aus der Zeit um 5.000 v.Chr. bekannt, es ist möglich, dass bereits mit der Ausbreitung des Ackerbaus aus der Region des fruchtbaren Halbmondes die Haplogruppe R1b1a2 aus dem Norden nach Ägypten gelangte.
Ebenso kommt die vierte Ausbreitungswelle der vermutlich indoeuropäischen Kurgankultur zwischen 2.500 und 2.200 v.Chr. in Frage.
Diese Kultur breitete sich bereits ab ca. 4.400 v.Chr. auch nach Europa aus wodurch der Zusammenhang mit der Haplogruppe R1b1a2 erklärt werden kann. Die Haplogruppe R1b1a2 war sicherlich auch im Reich der indoeuropäischen Hethiter in Anatolien weit verbreitet. Aus der Regierungszeit Echnatons oder Tutanchamuns ist aus den Archiven der Hethiter ein Brief einer ägyptischen Königin überliefert. In diesem Brief bittet sie den König der Hethiter um einen seiner Söhne als neuen Pharao, da Ihr Gatte tot sei und sie keinen Sohn habe.
Die Identität der Königin ist bis heute unklar, möglicherweise bestanden jedoch verwandtschaftliche Beziehungen zwischen der 18. Dynastie Ägyptens und den Hethitern, die Herkunft der R1b1a2-Linie der Pharaonen könnte hierauf hindeuten.
Die genauen Zusammenhänge werden erst durch zukünftige Forschungen geklärt werden können. Mit der Veröffentlichung dieses Testergebnisses wollen wir einen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion leisten und diese weiter voran bringen.
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