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Meine Herkunft

Meine Familie stammt aus Tschechien. Mathias Tuma, mein Urgroβvater wurde im Jahre 1814 im Dorf Stodulky, Nr. 25 geboren, welches heute in die Hauptstadt Prag einverleibt ist. Das Dorf hatte im Jahre 1840 bereits 74 Grund- und Hausbesitzer, sieben davon trugen den Namen Tuma, acht weitere den Namen Kegha. Alle anderen Familiennamen traten viel seltener auf. Auch in den benachbarten Orten, die jetzt alle zu Prag gehören, kommt der Familienname Tuma oft vor. In den Jahren 1671 bis 1700, zum Beispiel, wurden in sieben verschiedenen Familien mit dem Namen Tuma 14 Knaben geboren. Da in dieser Epoche die Auswanderungen eher selten waren, kann man behaupten, daβ die Tumas in dieser Gegend alteingesessen waren.

Der junge Mathias lernte in Prag Schuster und wollte als Wandergeselle nach Italien. Im Jahre 1836 erreichte er Ljubljana, heute Hauptstadt von Slowenien, wurde in der Stadt sesshaft und heiratete zweimal. Sein Vater Jacobus (*1782, Stodulky Nr.10 – †1828 oder später, Stodulky Nr.25) war Bauer und Wagner. Bekannt sind noch zwei weitere Familienvorfahren: Mathias (*1746, Lysolaje – †1785 oder später, Stodulky Nr.25) und Mathias (*1702? - †1746 oder später, Lysolaje). Es wäre ohne weiteres möglich, weitere Familienforschungen anzustellen. Die entsprechenden Unterlagen sind im Stadtsarchiv von Prag untergebracht. Zu entdecken sind noch zwei ältere Vorfahren: Der Vater von Mathias Tuma sollte um die Jahre 1675 geboren sein, sowie sein Groβvater, geboren um 1650, der bei der Geburt seiner Kinder normalerweise schriftlich erwähnt ist.

Der Name Tuma ist in der christlichen Welt in verschiedenen Ausführungen zu treffen: Thuma, Thomas, Thumm, Thome, Tome, Tom, Tomaschek, Tomschitsch, Tomich, Thomason, Tommasi. Der Ursprung des Wortes ist aramäisch und heiβt Zwillinge, so wie Zwillingsbruder. Aramäisch ist die alte semitische Sprache, die auch Christus gesprochen hat.

Mehr als zehn Jahre lang forschte ich nach der Familiengeschichte meiner Urahnen. Ich benutzte ein passendes Genealogiecomputerprogramm und kam schluβendlich auf etwa 1600 Personen mit verschiedenen Familiennamen, die aber alle miteinander in enger oder entfernten Verwandschaft stehen. Die Ergebnisse waren so umfangreich, daβ ich beschlossen habe, sie in Buchform zu veröffentlichen mit dem Titel »Chronik der Familie Tuma«.

Auf der väterlichen Seite konnte ich meine Vorfahren lückenlos bis zum Jahr 1700 aufzählen, mütterlicherseits sogar bis zum Jahr 1572. Ich wollte aber wissen, woher meine Urahnen kamen. Zu dem Zweck lies ich meine DNA Analyse bei zwei Firmen, zuletzt bei iGENEA ausfertigen. Die Ergebnisse stimmten überein: meine väterliche Haplogruppe ist R1a1a (alte Bezeichnung R1a1), meine mütterliche Gruppe J*. Nach heutigem Wissen (2011) entstand die Haplogruppe R1a1a vor etwa 13.000 Jahren, wahrscheinlich nördlich des Schwarzen Meeres. Heute ist die Haplogruppe R1a1a überall zwischen Island und Indien verbreitet, am dichtesten in der Gegend von Polen, Tschechien und im Norden von Indien.

Man vermutet, daβ die Träger dieser Haplogruppe die halbnomadische Völker waren, die dem Kulturkreis Kurgan gehörten. Die Kultur entstand vom 5. bis 3. vorchristlichen Jahrtausend während der Austrocknung der Steppengebiete in Südrussland, die sich damals nördlich über das Kaspische Meer hinaus bis zum Ural erstreckten. Durch Trockensteppebildung, östlich des Kaspischen Meeres auch Wüstenbildung, und die daraus resultierenden Hungersnöte waren die Kurganleute zu Wanderungen in westlichere, regenreichere Gebiete gezwungen. Als Folge langer Dürreperioden wanderten sie in drei Wellen nach Europa: die erste Phase geschah um 4400 bis 4300 v. Chr., die zweite um 3500 v. Chr. und die dritte unmittelbar nach 3000 v. Chr. Eine vierte Welle stieß um 2500 bis 2200 v. Chr. ins Niltal vor.

Diese Kurganleute brachten Pferde als Reittiere mit nach Europa, sie waren auch Träger der Proto-Indoeuropäischen Sprache. Die Kurgankultur steht im Gegensatz zur Gesellschaft der alten neolithischen Kulturen Europas, die friedfertig, sesshaft und matriarchal waren, die Kurganvölker dagegen gehörten einer kriegerischen, patriarchalen und hierarchistischen Kultur. Durch diesen Zusammenprall der Kulturen veränderte sich das alte Europa grundsätzlich. Dieses Prozeβ vollzog sich vor 4000 v. Chr.

Mit etwas Phantasie konnte meine Geschichte folgendermassen verlaufen. Meine Urahnen mit Haplogruppe R1a1a haben wegen Klimaänderungen begonnen, sich aus den südrussischen Steppen nach Westen zu bewegen. Dies geschah im 4. vorchristlichen Jahrtausend. Einige von ihnen erreichten das slawische Urgebiet, verweilten dort ein paar hundert Jahre und erreichten um 550 n. Chr. als Westslawen das Gebiet des heutigen Tschechien. Unter ihnen waren auch meine Vorfahren, die um 1500 den Familiennamen Tuma erhielten. Schliesslich ist einer von ihnen, nämlich mein Urgroβvater Mathias (1814 – 1892), nach Süden gezogen und wurde in Ljubljana, in meiner Geburtsstadt, seit 1836 sesshaft.


Matija Tuma, Slowenien

Angaben zum Autor:
Meine Adresse:
Matija Tuma, Psatnik 16, SLO-1211 Ljubljana
Mob.Tel.: 386 51 30 30 16

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Diese Geschichte wurde publiziert am: 04.12.2011

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