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Urvolk Germanen - Abstammung und Herkunft

Wer waren die Germanen?

Der Germanenbegriff ist eine völkerkundliche Einteilung in antiker Tradition für eine Großgruppe zwischen Kelten und Skythen und bezeichnet das letzte der von den Mittelmeerkulturen als Barbaren eingestuften Völker.
Die Germanen bildeten keine gemeinsame kulturelle Einheit zu dem Zeitpunkt, als sie die Kelten bzw. Gallier in der Rolle der nördlichen Nachbarn des Römischen Reichs beerbten. Sie bewahrten ihre Eigenständigkeit, obwohl es auch zwischen Römern und Germanen einen intensiven Austausch gab.
Die Herkunft des Namens „Germanen“ ist ungeklärt; antike Quellen unterscheiden nicht immer zwischen Germanen, Kelten und Skythen.
Die literarische Überlieferung über kriegerische Auseinandersetzungen und friedliche Beziehungen zwischen Rom und den Germanen berichtet so gut wie ausschließlich aus römisch-mittelmeerländischer Perspektive. Sie ist zudem trümmerhaft, unterliegt den spezifischen Voraussetzungen römischer Geschichtsschreibung und Ethnographie, zielt auf den Zeitgeschmack eines griechisch-römischen Lesepublikums und ist stark von den verfügbaren, vielfach offiziell gefilterten Nachrichten abhängig.
Um 51 v. Chr. prägte Julius Cäsar in seinem Werk „Der gallische Krieg“ den Germanenbegriff, indem er den Rhein zur Kulturscheide zwischen Galliern am Westufer und Germanen östlich des Stromes erklärte und alles Land östlich davon als Germanien bezeichnete. Cäsars trennende kulturräumliche Definition war wohl rein politisch motiviert, sie half ihm offenbar, einen Herrschaftsanspruch Roms auf alle westrheinischen Gebiete aufzustellen. Eine tatsächliche Kulturscheide stellte der Rhein jedoch nicht dar, da sowohl östlich davon keltische als auch westlich davon germanische Gruppierungen siedelten und Caesar dies auch bekannt war.
Die Ausbreitung des Germanennamens wird heute meist darauf zurückgeführt, daß die Gallier die östlichen Invasoren (Sueben) als Fremde empfanden, sich von ihnen abgrenzten und für die Invasoren den Germanennamen verwendeten. Die Römer hätten ihn dann von den Galliern übernommen.
Um 100 n. Chr. beschreibt Tacitus in seiner „Germania“ Germanien, ansatzweise auch dessen Geographie und benennt verschiedene germanische Stämme vom Rhein bis zur Weichsel. Er stellt Sitten und Gebräuche der Germanen dar und hebt dabei ihre ihm zufolge sittliche Lebensweise hervor, wie ihr streng geregeltes Familienleben, ihren treuen und aufrichtigen Charakter, ihre Tapferkeit im Krieg und ihren Freiheitswillen. Er weist aber auch auf Schwächen hin, wie ihre Trägheit, ihren Hang zu Würfelspiel und übermäßigem Alkoholkonsum. Die durchweg aus zweiter Hand gewonnenen Nachrichten sind mit Topoi und Verallgemeinerungen durchmischt.
Tacitus sieht alle Germanen als ursprünglich an, d.h. alle haben dieselbe Herkunft und sind nicht mit anderen Völkern vermischt und seien auch nicht nach Germanien eingewandert. Charakterzüge, die er im allgemeinen Teil dem gesamten Volk zuschreibt, führt er auf diese gemeinsame Herkunft zurück.
Mehrere Forscher halten das Werk trotz gegenteiliger Meinung für eine objektive Ethnographie. Diese, stellenweise stark polarisierenden, negativen und positiven Gegensätze zu Tacitus’ eigener Kultur dienten demnach lediglich dem Verständnis des Andersartigen. Dafür spricht, daß sich viele seiner Beschreibungen als richtig herausgestellt haben und durch die moderne Archäologie bestätigt wurden.
Die deutsche Germanenforschung im 19. Jahrhundert nahm durch das Bedürfnis nach einer nationalkulturellen Identitätsbestimmung einen enormen Aufschwung, brachte wichtige Erkenntnisse, führte aber zur Konstruktion einer Geschichtskontinuität von den Germanen bis zum deutschen Kaiserreich des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Aussagen und Begriffsbildungen dieser älteren Germanenforschung sind inzwischen umstritten.
So wurden im 19. und 20. Jahrhundert die Germanen als „Volk“ verstanden, das „Volkstum“ wurde an der Sprachentwicklung wie der Lautverschiebung festgemacht. Auch der archäologische Germanenbegriff ging vom sprachwissenschaftlichen Germanenbegriff aus: Weil sich der „Volksgeist“ auch in seinen materiellen Schöpfungen ausdrücke, wurden archäologische Fundtypen beständigen Kulturgruppen dann zugeordnet, wenn eine durchgehende Besiedlung nachgewiesen werden konnte und diese mit den antiken Quellen vereinbar war. So setzte der archäologische Germanenbegriff den sprachwissenschaftlichen voraus und dieser den in der antiken Literatur.
Ende des 20. Jahrhunderts wird in der Forschung dagegen die Instabilität ethnischer Identität gerade in der Antike verstärkt betont und das aus dem nationalstaatlichen Denken des 18./19. Jahrhunderts stammende Konzept der Germanen zunehmend in Frage gestellt. „Germane“ sei (wie „Barbar“) nur eine Fremdbezeichnung, die mehr über Griechen und Römer aussage als über die mit den Begriffen bezeichneten Gruppen und Individuen.


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Was war die Sprache der Germanen?

Die germanischen Sprachen unterscheiden sich von anderen indogermanischen Sprachen durch eine charakteristische, eben die "germanische" Konsonantenverschiebung, die in der Germanistik als "erste" von einer folgenden "zweiten" Lautverschiebung unterschieden wird.

Ausgliederungsreihenfolge und „Verwandtschaftsverhältnisse“ (nicht nur) der westindogermanischen Sprachgruppen Balto-Slawisch, Germanisch, Keltisch und Italisch bleiben umstritten. Zu jeder engeren Zweierbeziehung gibt es Befürworter und Gegner.

Einige Forscher vermuten, daß das Proto-Germanische mit den Vorläufern der baltischen und slawischen Sprachen eine Dialektgruppe innerhalb der west-indogermanischen Sprachen bildete. Diese Vorformen des Germanischen könnten bereits im späten 3. und frühen 2. Jahrtausend v. Chr. entsprechend ihrer geographischen Lage eine Zwischenstellung zwischen dem Keltisch-Italischen im Südwesten und dem Baltoslawischen im Südosten eingenommen haben. Das Proto-Germanische habe sich dann aus dieser Gruppe gelöst, wonach es deutliche Wechselwirkungen mit frühfinnischen Sprachen zeigt. Die protogermanische Sprache (auch „Urgermanisch“ oder „Gemeingermanisch“) konnte durch sprachwissenschaftliche Vergleiche weitgehend rekonstruiert werden. Diese erschlossene Vorform soll bis etwa 100 v. Chr., in der sogenannten gemeingermanischen Sprachperiode relativ einheitlich geblieben sein.

Das Urgermanische entwickelte sich möglicherweise im 2. Jahrtausend v. Chr., spätestens im 1. Jahrtausend grob rund um die westliche Ostsee. Die Sprecher dieser Sprachstufe werden unabhängig von ethnologischen und geographischen Belegen als Germanen bezeichnet. Über die Datierung des Urgermanischen läßt sich mangels Textzeugnissen nichts Genaues sagen.

Die germanischen Stämme breiteten sich bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. vermehrt aus ihrem ursprünglichen Sprachraum nach Süden und Westen Mitteleuropas aus. Hierbei verdrängten sie die Kelten und deren Sprache bis zu den Flüssen Rhein und zur Donau, die nun die Grenzströme zum keltischen Gallien und auch zum keltischen Rätien bildeten.

Seit ungefähr dem 2. Jahrhundert n. Chr. haben die germanischen Stämme eigene Schriftzeichen verwendet, die Runen. Es entstand das sogenannte ältere Futhark, eine frühe Form der Runenreihe, die bis ca. 750 n. Chr. in Gebrauch war. Die überlieferte Gotische Bibel des 4. Jahrhunderts hat ihre eigene Schrift, nämlich das vom Bischof Wulfila entwickelte Gotische Alphabet.



Wie war die Ethnogenese der Germanen?

Seit mindestens der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. ging die Entwicklung germanischer Populationen eigene Wege. Die Migrationen von Indogermanen aus der Region zwischen Don und Wolga brachte Sprecher des Proto-Indogermanischen nach Mitteleuropa und darüber hinaus bis nach Westen. Während der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. siedelten die Germanen in einem Kernland, das sich über Dänemark, das südliche Norwegen und Süd-Schweden erstreckte und sich an den Küsten von Nord- und Ostsee von Flandern im Westen bis zur Weichsel im Osten ausdehnte. Im Westen drängten die Germanen keltische Stämme ab. Im Ostseeraum standen sie jahrhundertelang mit Ostseefinnen im Kontakt.

Die nicht-indogermanischen Populationen wurden nicht einfach verdrängt, sondern unterhielten enge Beziehungen zu den germanischen Völkerschaften. Es fand ein reger Tauschhandel statt; außerdem entwickelten sich langfristig Siedlungsgemeinschaften und in der Folge ethnisch gemischte Verbindungen. Der elementare Wortschatz der germanischen Sprachen enthält bis zu 28% Wörter nicht-indogermanischer Herkunft.

Spätestens im 1. Jahrtausend v. Chr. war das gemeingermanische sprachliche Kontinuum ausgegliedert in drei Hauptgruppen, ins Ost-, Nord- und Westgermanische. Zunächst war das Nordgermanische beschränkt auf Norwegen und Schweden, während in Dänemark Sprecher des Westgermanischen siedelten. Erst in der 2. Hälfte des 1. Jahrtausends n. Chr. bevölkerten Nordgermanen die Region. Die Oder war grob die Trennlinie zwischen West- und Ostgermanen.



Was sind die Forschungsergebnisse der Archäologie zu den Germanen?

Im Zentrum der Diskussion um die archäologischen Wurzeln der Germanen steht die Jastorf-Kultur, die in der 2. Hälfte des letzten Jahrtausends v. Chr. den weiten Bereich von westlich der Elbe bis zur Oder und vom Rand der Mittelgebirge bis nach Jütland umfaßt.

Da ein solcher Formenkreis allenfalls erst infolge einer Ethnogenese entsteht, muß die Herausbildung des ethnischen Komplexes „Germanen“ merklich früher liegen. Nachdem man lange bronzezeitliche oder sogar steinzeitliche Kulturgruppen vornehmlich des Nordens als bereits germanisch angesehen hat, gilt nun überwiegend der Beginn der Eisenzeit gegen die Mitte des letzten Jahrtausends v. Chr. als Zeitraum der germanischen Ethnogenese.

Namentlich die sogenannte Jastorf-Kultur im Elbegebiet, in Norddeutschland und Jütland wird als älteste germanische Kultur betrachtet. Da aber das historische Germanentum nicht vollständig aus der Jastorf-Kultur abgeleitet werden kann, wird vereinzelt auch die Ansicht vertreten, die germanische Ethnogenese habe sich erst verhältnismäßig kurzfristig vor den ersten schriftlichen Zeugnissen und vor der Ausbildung eines eigenen archäologischen Formenkreises am Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. vollzogen, unter Beteiligung sowohl von Trägern der Jastorf-Kultur als auch von anderen eisenzeitlichen Kulturgruppen außerhalb dieser und von keltischen Restgruppen in Mitteleuropa. Die Jastorf-Kultur stand über Jahrhunderte in vielfältigen Handelskontakten mit der keltischen Welt des südlichen Mitteleuropas, wie zahllose Funde belegen. Gegen Ende des 2. und im 1. Jahrhundert v. Chr. kommt es zu Südbewegungen größerer Gruppen (Kimbern und Teutonen, Sueben des Ariovist usw.), die sich auch in den ersten historischen Nachrichten niederschlagen, welche die Bezeichnung „Germanen“ erstmals nennen. Weitere Vorstöße bleiben unerwähnt, sie finden aber ihren archäologischen Niederschlag für das letzte Jahrhundert v. Chr. in Südbayern, Böhmen oder in der Wetterau.

Die in den Vorstößen sich abzeichnenden Aktivitäten bringen u.a. eine Ausbreitung der Jastorf-Kultur mit sich und führen zugleich auch zu einer weiteren Differenzierung der archäologischen Gruppen um Christi Geburt. Westlich der Elbgermanen lassen sich die Nordsee-Germanen und die Rhein-Weser-Germanen archäologisch fassen, östlich sind es die Oder-, Oder-Mündungs- und Weichsel-Germanen. Inwieweit diese Gruppierungen mit weiteren Differenzierungen von historisch benannten Stämmen in Einklang zu bringen sind, wird unterschiedlich beurteilt.

Der Zeitraum vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. ist unterschiedlich intensiv durch die ständige Nachbarschaft mit dem Römischen Reich geprägt. Um Christi Geburt finden römische Offensiven gegen Germanien statt, die letztlich zur Gründung der Provinzen Nieder- und Ober-Germanien und zur Anlage des Limes führen; es wird aber nur unwesentlich in das eigentliche germanische Gebiet eingegriffen.

Deutlich kontrastiert die germanische Formenwelt zur Zivilisation der römischen Provinzen, so daß die Begegnung und Durchdringung beider Welten in der gegenseitigen Grenzzone bis in die Details deutlich gemacht werden kann. Hinsichtlich der chronologischen Gliederung zeichnet sich im Fundmaterial eine deutliche Zweiteilung ab; das Zeitalter der Markomannenkriege in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. trennt die Ältere von der Jüngeren Kaiserzeit.

Der Beginn der Völkerwanderungszeit am Ende des 4. Jahrhunderts brachte eine völlige Umgestaltung bzw. Auflösung des kaiserzeitlich-germanischen Kulturkomplexes mit sich.

Im 3. Jahrhundert n. Chr. läßt sich im archäologischen Befund die Bildung größerer kultureller Einheiten erkennen. Im 3./4. Jahrhundert tauchen Völkerschaften wie die Alemannen, Franken, Goten, Sachsen usw. erstmals – auch archäologisch faßbar – auf.



Wie gliedert man die Germanen?

Für eine Gliederung der Germanen hilft zwar in eine Einteilung in die drei Kultbünde der Ingwäonen, Istwäonen und Hermionen nicht weiter, doch scheint eine natürliche Scheidung in Westgermanen (Alemannen, Sueben, Markomannen, Franken), Ostgermanen (Vandalen, Goten, Heruler, Warnen, Rugier, Burgunden, Gepiden, Langobarden), Elb-, Nordsee- und Nordgermanen (bei Tacitus 40, bei Ptolemaios insgesamt 69 Namen) als Arbeitshypothese brauchbar. Dabei stellt sich die Entwicklung in Osteuropa als eine ständige Vermischung, Akkulturation und Aufsaugung insbesondere auch fremder Elemente (Daker, Karpen, Sarmaten, Alanen, Slawen) dar.

Hier wie aber auch im kleinräumigen Westen verschwanden die frühen Stämme, Stammes- und Kultverbände im Verlauf von Bewegungen wie Landnahme, Agglomeration, Integration, Desintegration, politischen Neubildungen und deren Zerfall und veränderten sich auch bestehende soziale Strukturen, obwohl man früher eigens die Kontinuität betonte.

Die neuere Forschung hebt die Bedeutung von namengebenden Traditionskernen für die ethnische Genese und Kontinuität hervor.

Obwohl sich ein regelhafter Bezug zwischen archäologischer Formengruppe und historischem Ethnos nicht herstellen läßt, spiegeln die Unterschiede in der materiellen Kultur Germaniens etwas von der Vielfalt der ethnischen Gruppierungen dieses Gebietes wieder. In Einzelfällen lassen sich z.B. Expansionsvorgänge aufzeigen, so die Ausdehnung des elbgermanischen Siedlungsraumes über Böhmen bis an die mittlere Donau durch die Stämme der Markomannen und Quaden in der Älteren Kaiserzeit oder die Inbesitznahme des Dekumatlandes durch die Alemannen in der Jüngeren Kaiserzeit. Auch der umgekehrte Vorgang, die Entleerung bestimmter Gebiete durch Abwanderung, kann in günstigen Fällen anhand der archäologischen Funde nachgewiesen werden (Abwanderung der Angeln nach Britannien).



Was ist Geschichte der Germanen?

In der vorrömischen Phase überschritten Germanen teils gewaltsam, teils mit Billigung der keltischen Bevölkerung die später als Grenzen angesehenen Flüsse Rhein und Donau. Kontakte zwischen Römern, Kelten und Germanen führten dann zu Akkulturierungsprozessen vor allem in den Grenzzonen. Seit Augustus wurden wiederholt germanische Stämme oder Stammesgruppen auf römischem Reichsgebiet angesiedelt. Mit der Vorverlegung der Grenze über Rhein und Donau und der Anlage des Limes gelangten weitere Germanen in den unmittelbaren römischen Herrschaftsbereich, die sich allerdings in der materiellen Kultur der frühen und hohen Kaiserzeit nur schwer ausmachen lassen. Seit der Zeit Cäsars standen Germanen als Hilfstruppen in römischen Diensten.

Unbeschadet realer Erfahrungen und vertiefter Kenntnisse aufgrund mannigfacher Kontakte wird bei den Römern der „furor Teutonicus“ zum ideologischen Gemeinplatz, und dies wird auch in den Germanendarstellungen auffällig. Die Germanen waren der Angstgegner Roms! Die antike Überlieferung stellt die Germanen im wesentlichen nach dem Schema ihres Barbarenbildes dar.

Die Geschichte der Germanen ist in erster Linie eine Geschichte der einzelnen Völkerschaften unter den jeweiligen historischen Bedingungen. Verallgemeinernde Äußerungen zu Wirtschafts-, Sozial- und politischer Struktur „der“ Germanen sind dementsprechend notwendigerweise undifferenziert und der historisch komplexen Wirklichkeit kaum angemessen. Im allgemeinen werden zur Feststellung germanischer Gemeinsamkeiten in unzulässiger Vereinfachung vor allem der Germanenexkurs bei Caesar und die „Germania“ des Tacitus herangezogen, jedoch sind beide Berichte zeitbezogen und nur im Zusammenhang mit der jeweiligen Absichten ihrer Verfasser zu deuten. Im einzelnen sind daher literarische Überlieferung und archäologische Forschung zunächst aus ihren eigenen Voraussetzungen heraus zu analysieren, bevor sie aufeinander bezogen werden können. In diesem Kontext ist die Forschung bemüht, einen interdisziplinären Germanen-Begriff zu entwickeln.

Denn die den unterschiedlichen Fachrichtungen (Archäologie, historische Forschung, Linguistik) eigentümlichen Germanenbegriffe sind nicht mehr deckungsgleich. Wenn auf der einen Seite die Fundtypen keinen Völkern zugeordnet werden können, die historischen Germanen nicht eine Sprachfamilie bilden und diejenigen, welche germanische Sprachen redeten, nicht unbedingt Germanen sind, dann handeln die Einzelwissenschaften nicht mehr von einem identischen Gegenstand „Germanen“. Der in dem einen wissenschaftlichen Bereich vorherrschende Germanenbegriff gilt folglich nicht notwendig in einem anderen. Die Skandinavier sind nur im Bereich der Germanischen Philologie Germanen, die Vertreter der Jastorfkultur nur bei den Prähistorikern. So wurde der Germanenbegriff auf Zeiträume übertragen, in denen es ein germanisches Identitätsbewußtsein nicht gab.



Was geschah bei der Völkerwanderung?

Infolge von Bevölkerungszunahme und Klimaverschlechterung kam es zu verstärkten Wanderbewegungen und Landnahme, auch durch Stämme aus Skandinavien, und zu einer Bildung von schwer gegeneinander abzugrenzenden Stammesverbänden im ostmitteleuropäischen Raum. Eine Südostdrift (Goten, Heruler) brachte, nach Bastarnen und Skiren als Vorläufern, im 3. und 4. Jahrhundert Germanen ans Schwarze Meer, nachdem schon unter Kaiser Mark Aurel die nördlichen Grenzgebiete des Römischen Reiches erstmals durch eine anhaltende Invasionswelle in Mitleidenschaft gezogen worden waren (Markomannen, Quaden). Fortdauernde und verstärkte Invasionen im 3. Jahrhundert wirkten sich für Rom als entscheidende Katastrophe aus (Alemannen, Franken).

Die Zerstörung der ost- und westgotischen Staatsgebilde in Südosteuropa nach 375 durch die Hunnen führte zu einer sich ausbreitenden neuen Wanderbewegung, die mit einer neuen intensiven Durchmischung im folgenden Jahrhundert die Westhälfte des Römischen Reiches in germanische Hand brachte und insbesondere den Großteil der Ostgoten nach Gallien bzw. Spanien (Burgunden, Westgoten, Sueben) und Afrika (Vandalen) verlagerte, in deren bisherige Gebiete neue germanische Zuwanderer (Heruler, Rugier, Langobarden) oder Fremde (Bulgaren, Slawen, Awaren) einströmten. Zugleich mit der Anfang des 6. Jahrhunderts abgeschlossenen fränkischen Landnahme in Gallien begann mit einer nordgermanischen Invasion (Sachsen, Angeln, Angelsachsen) in England ein Germanisierungsprozeß. Die germanischen Stammesbewegungen endeten mit der langobardischen Landnahme ab 568 in Italien.

Eindeutig sind germanische Stammesverbände (Goten, Franken) im Verlauf der ab 375 beginnenden Entwicklung als föderierte Kampfverbände innerhalb des Römischen Reiches angesiedelt worden. Dies sowie dann die Verbindung endgültig etablierter Germanen mit vorhandenen verwandten (Bayern) oder romanisierten Substraten (Leges) führte zur staatlichen Entwicklung des Mittelalters.



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